Konzert am 16. April in Hemmersdorf

 

 

Nach einer 10-monatigen, sehr intensiven Probenphase stand am 16.April 2016 endlich das besondere Projektkonzert der Musikfreunde Hemmersdorf und der Rhauner Feuerwehrkapelle (Hunsrück) unter der Schirmherrschaft von Minister Reinhold Jost an. Die beiden Vereine, bei denen Michael Groß den Dirigentenstab führt, präsentierten sich dem Zuhörer in Hemmersdorf und eine Woche später in Rhaunen mit rund 70 Bläsern als gewaltiger Klangkörper. Schaute man in die Reihen, fiel das durchschnittlich jugendliche Alter der Musiker auf. Erlebte man die Darbietungen, faszinierte die hoch konzentrierte Leistung an allen Instrumenten.

 

Einen schwungvollen Einstieg hatte sich der Gastgeber für seine Programmgestaltung ausgedacht. Der zackige 'Radetzkymarsch' von Johann Strauss (Vater), arrangiert von Siegfried Rundel, weckte alle Sinne des Publikums für einen begeisternden Musikgenuss. Mit dem Charme der leichten Muse lockten auch die beiden Gesangseinschübe der Sopranistin Stephanie Hilt und des Tenors Dietmar Splettstößer. Unterhaltsam interpretierten sie die bekannten Operettenarien von Johann Strauss (Sohn) 'Mein Herr Marquis' und 'Im Feuerstrom der Reben'. Mit dem Instrument ihrer festen Stimmen nahmen sie es mühelos mit der Hintergrundbegleitung des großen Blasorchesters auf.

 

Herbert Jacob, Vorsitzender des Musikvereins Hemmersdorf, verschaffte den Bläsern in seiner Moderation eine Atempause. Mit einer erläuternden Werkeinführung stimmte er die Zuhörer auf den ambitionierten nächsten Programmpunkt ein, das Filetstück des Abends: Die 'Sixth Symphony' von James Barnes, Op. 130. Mit einer Spieldauer von 25 Minuten ist sie für ein Blasorchester komponierte Sinfonie. Ein Werk, das durch virtuose Einschübe die Musizierenden Grenzen überschreiten lässt. In dieser sinfonischen Musik breitete sich in allen drei Sätzen des Werkes ein sowohl ungewohnter als auch spannungsreicher Klangteppich aus. Trotz der modernen  Tongestaltung wurde das Orchester aber immer wieder zu befreienden Harmonien geführt, oftmals untermalt von meisterlich gespielten Soloinstrumenten. Für Michael Groß bedeutete das Dirigat eine konzentrierte Höchstleistung.

 

Nach einer kurzen Verschnaufpause wurde das Publikum im zweiten Teil des Konzertes mit leichterer Kost belohnt. 'The Witch and the Saint', zu Deutsch 'Die Hexe und die Heilige', eine Erzählgeschichte von Steven Reineke, bildete dabei den Auftakt. Eine bunte Mischung aus der Film – und Fernsehgeschichte, bekannte Klassiker und immer wieder gern vernommene Melodien wurden anschließend präsentiert : Das exotisch anmutende 'Children of Sanchez' fand Platz neben dem Medley des 'Musicals Phantom der Oper', das Erinnerungen an ein großartiges Musical weckte und 'Virginia' nahm das Publikum mit auf eine Reise durch die hellen und dunklen Momente in der Geschichte dieses Landes. Mit 'Disney at the movies' war auch schon das offizielle Ende des Konzerts erreicht. Viele wunderschöne musikalische Motive von weltbekannten Disneyverfilmungen wurden hier in lockerer Folge grandios präsentiert. 

 

Die Musiker gaben gerne noch eine Zugabe und präsentierten mit 'Latin Gold' einen Zusammenschnitt lateinamerikanischer Themen und den 'Fliegermarsch'.  Unter schäumendem Applaus verabschiedeten sich dann die Musiker von der Bühne.

 

 

 

 

 

Musizieren verbessert die Noten

 

Musikunterricht wirkt sich segensreich auf den Schulerfolg

aus, zeigt eine repräsentative Langzeitstudie. Kinder, die ein

Instrument erlernt haben, sind gewissenhafter und haben

bessere Noten in der Schule.

 

Kinder, die in frühen Jahren lernen, ein Musikinstrument zu spielen,

haben später als Jugendliche mehr Erfolg in der Schule als ihre

Alterskameraden, die keinen Musikunterricht genossen haben.

Das zeigt eine Auswertung der Langzeitstudie Sozio-Ökonomisches

Panel (SOEP) des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung

in Berlin. Die Studie gilt als die größte ihrer Art in Deutschland.

Für sie werden seit 1984 jedes Jahr mehrere tausend Menschen

befragt. Dabei versuchen die Wissenschaftler in jedem Jahr die-

selben Personen zu erreichen. „Vor allem Jugendliche aus weniger

gebildeten Familien profitieren vom Musikunterricht“, erklärte Jürgen

Schupp, der Leiter der Studie, der die Auswertung gemeinsam mit

dem Ökonomen Adrian Hille erstellt hat.

 

Für die Untersuchung werteten die Forscher Daten von knapp 4000

Jugendlichen aus. Die Wissenschaftler konzentrierten sich dabei

auf 17-Jährige, die seit ihrem achten Lebensjahr ein Instrument spielten.

Jugendliche, die von Kindesbeinen an musizieren, sind, so die Wissen-

schaftler, gewissenhafter, offener und ehrgeiziger als andere. Die Be-

rechnungen zeigten, dass sie mit größerer Wahrscheinlichkeit das

Abitur erreichen und danach an eine Universität wechseln. Ob ein Kind

außerhalb der Schule musiziere oder nicht, hänge allerdings erheblich

von seinem Elternhaus ab. Nach wie vor nehmen vor allem Jugendliche

aus höheren sozialen Schichten Musikstunden, so die Forscher. Sie

fordern daher eine stärkere staatliche Förderung des außerschulischen

Musikunterrichts, an dem Jugendliche unabhängig vom Elternhaus

teilnehmen können. (SZ vom 27.01.2015)